Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO) und Busunternehmen im gesamten Bundesgebiet laden im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September – parallel zum Tag der Schiene – zum Tag des Busses ein. Dabei erwartet Interessierte ein abwechslungsreiches und informatives Programm.
Am Samstag, den 19. September 2026, dreht sich beim bundesweiten Tag des Busses alles um den Busverkehr und seine Bedeutung für die Menschen in Baden-Württemberg. Der Aktionstag findet im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche statt und wird auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Tag der Schiene begangen. Zahlreiche Busunternehmen im Land öffnen ihre Türen und laden Bürgerinnen und Bürger, Politik und Verwaltung mit einem vielfältigen Aktions- und Gastronomieangebot dazu ein, die Busunternehmen und deren Betrieb aus nächster Nähe kennenzulernen.
Dabei wird deutlich: Der Bus ist weit mehr als ein Verkehrsmittel. Gerade im ländlichen Raum ist er ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge und schafft die Voraussetzung dafür, dass Menschen mobil bleiben und am gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können.
Landesverkehrsministerin Nicole Razavi MdL betont anlässlich des Tags des Busses: „Der Bus fährt für jede und jeden und kommt fast überall hin. Er macht öffentliche Mobilität auf ganzer Breite möglich und zugänglich. Diesen Aspekt eines Omnibusses, also wörtlich eines „Busses für alle“, möchte ich an diesem Tag besonders herausstellen. Das Verkehrsmittel Bus ist Demokratie und Teilhabe, ganz besonders für Menschen, die nicht mit dem Auto oder Zug unterwegs sind. Das ist nicht zu unterschätzen.“
„Der Bus bringt Menschen zur Schule, zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen und zu Freizeitangeboten. Gerade dort, wo andere Mobilitätsangebote nicht flächendeckend zur Verfügung stehen, ist er die Lebensader der Region“, sagt WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg. „Damit leistet der ÖPNV einen ganz konkreten Beitrag zur Daseinsvorsorge. Er verbindet Orte und Menschen und sorgt dafür, dass Mobilität nicht vom Wohnort oder vom eigenen Auto abhängig ist.“
Europäische Mobilitätswoche: Bus und Schiene gemeinsam im Mittelpunkt
Die Einbindung des Tags des Busses in die Europäische Mobilitätswoche unterstreicht die Bedeutung eines leistungsfähigen öffentlichen Verkehrs für eine zukunftsfähige Mobilität. Gemeinsam mit dem Tag der Schiene rückt der Aktionstag die unterschiedlichen Stärken des öffentlichen Verkehrs in den Mittelpunkt.
Bus und Schiene ergänzen sich dabei: Während die Schiene insbesondere auf starken Verbindungen zwischen Zentren und Regionen ihre Stärken ausspielt, sorgt der Bus für die notwendige Flächenerschließung – und damit gerade im ländlichen Raum für Mobilität bis in die kleineren Städte und Gemeinden.
„Öffentlicher Verkehr funktioniert nur als Gesamtsystem. Der Bus bringt die Menschen in die Fläche und verbindet sie mit den größeren Verkehrsachsen. Gerade für den ländlichen Raum ist das von entscheidender Bedeutung“, so Hüneburg. „Mobilität ist eine Voraussetzung für Teilhabe. Wer zur Schule, zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen kommen kann, kann aktiv am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen.“
Ein Tag für die ganze Familie
Der Tag des Busses soll nicht nur informieren, sondern vor allem Begegnungen ermöglichen und Interesse am öffentlichen Verkehr wecken. Die teilnehmenden Busunternehmen haben dafür abwechslungsreiche und attraktive Programme vorbereitet. Besucherinnen und Besucher können hinter die Kulissen der Unternehmen schauen, Busse und Betriebshöfe erkunden, sich über Technik und den täglichen Betriebsablauf informieren und mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch kommen.
Je nach Unternehmen gehören dazu beispielsweise Mitmachaktionen, Besichtigungen, Informationen rund um den Busbetrieb und die verschiedenen Berufsbilder sowie Angebote für Kinder und Familien. Sogar die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung eines Fahrlehrers, einmal selbst einen Bus zu lenken wird es geben. Für das leibliche Wohl sorgen die Unternehmen oft mit einem vielfältigen Gastronomieangebot. So wird aus dem Informationstag ein Erlebnis für die ganze Familie.
„Wir möchten, dass die Menschen den Tag des Busses mit Freude erleben und gleichzeitig erfahren, was alles dazugehört, damit der Bus jeden Tag zuverlässig unterwegs sein kann“, erklärt Hüneburg. „Wer einmal einen Blick hinter die Kulissen geworfen hat, sieht den Busverkehr vielleicht auch im Alltag mit anderen Augen.“
ÖPNV: zukunftssicheres Arbeitsfeld mit gesellschaftlichem Mehrwert
Für den WBO ist der Aktionstag zugleich eine Gelegenheit, den ÖPNV als attraktives, zukunftssicheres und sinnstiftendes Berufsfeld sichtbar zu machen. Die Branche bietet vielfältige Aufgaben, sichere Beschäftigungsperspektiven und eine Tätigkeit mit unmittelbarem gesellschaftlichem Nutzen.
„Wer im ÖPNV arbeitet, bewegt nicht nur Busse, sondern Menschen und damit unsere Gesellschaft“, betont Hüneburg. „Die Tätigkeit ist sinnhaft, verantwortungsvoll und zukunftssicher. Jeden Tag dafür zu sorgen, dass Schülerinnen und Schüler zur Schule, Beschäftigte zur Arbeit und ältere Menschen zum Arzt kommen, ist eine Aufgabe mit unmittelbarem Mehrwert für die Gesellschaft.“
Gerade angesichts des demografischen Wandels und des wachsenden Mobilitätsbedarfs kommt dem ÖPNV eine zentrale Rolle zu. Ein leistungsfähiger Busverkehr ist Voraussetzung dafür, dass ländliche Räume attraktiv und lebenswert bleiben. Er ermöglicht Zugang zu Bildung und Arbeit, stärkt die regionale Wirtschaft und trägt dazu bei, dass Menschen unabhängig von Alter, Einkommen oder eigener Fahrmöglichkeit am öffentlichen Leben teilnehmen können.
Busunternehmen zeigen, was hinter dem Fahrplan steckt
Der Tag des Busses lenkt deshalb nicht nur den Blick auf Fahrzeuge und Technik, sondern vor allem auf die Menschen, die den öffentlichen Verkehr jeden Tag möglich machen. Busfahrerinnen und Busfahrer, Disponentinnen und Disponenten, Werkstattmitarbeiterinnen und Werkstattmitarbeiter sowie viele weitere Beschäftigte sorgen dafür, dass der Fahrplan zuverlässig funktioniert und Menschen sicher an ihr Ziel kommen.
„Der Tag des Busses ist eine Einladung, den ÖPNV einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen“, so Hüneburg. „Wir wollen zeigen, wie wichtig der Bus für unser Land ist – und gleichzeitig dafür werben, dass mehr Menschen den ÖPNV als Arbeitgeber für sich entdecken.“
Politik muss Rahmenbedingungen für den Busverkehr sichern
Damit der Bus auch künftig seine Rolle als Rückgrat der Mobilität im ländlichen Raum erfüllen kann, braucht es aus Sicht des WBO verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichend Personal. Die Unternehmen investieren in ihre Beschäftigten und bieten attraktive Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig müssen die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen sicherstellen, dass Busverkehre dauerhaft angeboten und weiterentwickelt werden können.
Auch beim Zugang zum Beruf der Busfahrerin und des Busfahrers besteht weiterhin Handlungsbedarf. „Wir brauchen mehr Menschen, die sich für einen Beruf im ÖPNV entscheiden. Deshalb müssen unnötige Hürden beim Berufszugang abgebaut werden“, sagt Hüneburg. „Das ist aber nur ein Teil der Aufgabe. Entscheidend ist, dass der öffentliche Verkehr insgesamt die Wertschätzung und die Rahmenbedingungen erhält, die seiner Bedeutung für unsere Gesellschaft entsprechen.“
Der Tag des Busses am 19. September bietet damit Gelegenheit, den Busverkehr in seiner ganzen Bedeutung sichtbar zu machen: als Rückgrat der Mobilität im ländlichen Raum, als Teil der Daseinsvorsorge, als Voraussetzung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe – und als zukunftssicheres Berufsfeld mit Sinn.






