Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO) würdigt das Führerscheinjubiläum von Werner Ziegler (84) mit großem Respekt.
Mit dem Ablauf seines Busführerscheins geht für den Gründer und langjährigen Inhaber von Ziegler Reisen aus Niederstetten bei Bad Mergentheim eine Ära zu Ende. Seit mehr als 60 Jahren besitzt er den Busführerschein – bis zum heutigen 17. November. Damit blickt der Unternehmer auf sechs Jahrzehnte im Dienst der Mobilität zurück.
„Werner Ziegler steht stellvertretend für eine Unternehmergeneration, die mit Leidenschaft, Einsatz und Verantwortung den Busverkehr in Baden-Württemberg geprägt hat“, betont WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg. „Ohne Menschen wie ihn gäbe es das dichte und zuverlässige Busangebot im Land nicht.“
Bezeichnend ist dabei, dass Werner Ziegler, der den Busführerschein bereits vor 1965 als Mitarbeiter der Bundeswehr erworben hatte, ab 1965 mit dem zivilen Busführerschein über die Schülerbeförderung rund um Niederstetten den Einstieg in das Personenbeförderungsgewerbe gefunden hat. Damit war er gleich zu Beginn seiner Tätigkeit als Busfahrer ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und trug dazu bei, dass – wie heute – die Schülerinnen und Schüler sowie die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden an Bildung sowie am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben konnten. Er zählt damit zu den ÖPNV-Pionieren im Raum Bad Mergentheim.
Werner Ziegler hatte zunächst die elterliche Landwirtschaft in Niederstetten übernommen bevor er – nach der Tätigkeit als Busfahrer für die Bundeswehr und die Gemeinde Niederstetten – 1967 sein eigenes Busunternehmen gründete, das er bis zur Übergabe an seinen Sohn Reiner Ziegler im Jahr 2003 mit innovativen Ideen, viel Einsatz und der Unterstützung seiner Familie zu einem der führenden Mobilitätsdienstleister in der Region ausbaute. Schon früh setzte er dabei neben dem ÖPNV auch auf den Reiseverkehr und die Bustouristik. So investierte er als erster Unternehmer in der Region in einen Vier-Sterne-Reisebus. „Ich habe mich immer der Qualität und der älteren Generation verpflichtet gefühlt. Ihr – nach den langen Jahren der Entbehrung – etwas von der Welt zeigen zu können war mir stets ein Anliegen und Antrieb“, erklärt Werner Ziegler seine Motivation und seine starke Dienstleistungsorientierung. 1969 trat er deshalb dem WBO bei und nahm über die Jahre an zahlreichen Weiterbildungen des Verbandes teil.
Noch heute ist er regelmäßig im Betrieb anzutreffen – auch wenn er nach dem 17. November den Führerschein offiziell abgeben muss. „Nach mehr als 60 unfallfreien Jahren am Steuer, die mich sogar bis nach Istanbul geführt haben, ist es jetzt an der Zeit aufzuhören. Auch wenn ich versucht war, die Verlängerung noch einmal in Angriff zu nehmen, schaue ich jetzt doch lieber dankbar auf die vielen schönen Erinnerungen zurück, die mir der Beruf als Busfahrer beschert hat. Viele Reiseziele, die Begegnung mit Helmut Kohl, die Besichtigung eines Kernkraftwerks und viele weitere spannende und interessante Erlebnisse verdanke ich meiner Tätigkeit als Busunternehmer und Busfahrer und auch die Begegnungen mit unseren Reisegästen haben meinen Horizont erweitert und habe ich als persönlich bereichernd empfunden“, resümiert Ziegler und ergänzt: „Busfahren war für mich immer mehr Berufung als Beruf. Ich bin stolz, dass unser Familienunternehmen heute in der nächsten Generation ebenso erfolgreich weitergeführt wird.“
Für den WBO ist das Jubiläum nicht nur Anlass zur Anerkennung, sondern auch ein Signal in die Zukunft. „Die Erfahrung älterer Unternehmer und Fahrerinnen und Fahrer ist für unsere Branche unschätzbar wertvoll“, so WBO-Geschäftsführerin Hüneburg. „Zugleich zeigt das Beispiel, wie wichtig es ist, den Fahrerberuf attraktiv zu gestalten, Nachwuchs zu gewinnen und bürokratische Hürden abzubauen.“
Angesichts des anhaltenden Fahrermangels bekräftigt der WBO seine Forderung nach schnelleren und kostengünstigeren Verfahren bei der Führerscheinausbildung und besseren Rahmenbedingungen für Busunternehmen. „Wenn wir Mobilität auf dem Land und in der Stadt sichern wollen, brauchen wir auch künftig Menschen, die – wie Werner Ziegler – mit Herz und Engagement hinter dem Beruf stehen und auch unternehmerische Verantwortung übernehmen“, heißt es abschließend.






