Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO) hatte zum Jahresende im Rahmen seiner diesjährigen Mitgliederversammlung und der daran anschließenden öffentlichen Jahrestagung am 03. Dezember noch einmal ein Feuerwerk an Fachthemen auf der Agenda.

 

Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung des WBO in die Filderhalle nach Leinfelden-Echterdingen gefolgt, um anlässlich der internen WBO-Mitgliederversammlung über die verbandsrechtlichen Regularien zu beraten und abzustimmen sowie um den öffentlichen Teil der Tagung – inspiriert durch spannende und interessante Vorträge und Podiumsgespräche – zum Austausch und der Netzwerkpflege zu nutzen. ÖPNV, Personal, Touristik sowie Wirtschaft und Mittelstand waren die Themen des Nachmittags – während der Vormittag ganz im Zeichen der internen Regularien des Verbandes und dabei insbesondere der Wahlen zum Präsidium und Vorstand sowie der Verabschiedung von WBO-Vorstand Frank Wiest stand.

 

Turnusgemäß standen ein Vize-Präsident und drei Fachvorstände zur Wahl. Als Vize-Präsident wurde Thomas Balmer (Wöhrle Reisen, Oberderdingen) von der Mitgliederversammlung im Amt bestätigt. Ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden Carry Greiner LVL Jäger, Ludwigsburg) als Fachvorständin Technik, Ulrich Rau (OVA, Aalen) als Fachvorstand ÖPNV und Tobias Deiß (Heizmann Reisen, Zell/Wiesental) als Vorstand für das Ressort Touristik. Zum Rechnungsprüfer neu gewählt wurde Christian Binder (Binder Reisen, Stuttgart), nachdem Elke Müller (Omnibus Müller, Bad Waldsee) nicht mehr zur Verfügung stand.

 

Mit dem Ausscheiden von Frank Wiest (HVB Wiest+Schürmann, Hechingen) wäre auch der Fachvorstand Verbünde neu zu besetzen gewesen. Zuvor hatte die Mitgliederversammlung diese Zäsur jedoch zum Anlass genommen, per Satzungsänderung die Zuständigkeiten im Vorstand und in der Ausschussarbeit praxisorientiert, neu und schlanker zu strukturieren. Dass Ressort Verbünde geht demnach auf Grund des engen thematischen Zusammenhangs im Ressort ÖPNV auf und bedarf keines eigenen Fachvorstandes und speziellen Ausschusses mehr.Frank Wiest hatte nach 24 Jahren intensiven Engagements im WBO-Vorstand seinen Abschied aus der Verbandsarbeit angekündigt. Er war seit 2001 in verschiedenen Funktionen als WBO-Vorstand tätig gewesen. Zunächst als Vorstand für das Ressort ÖPNV, dann als Vorstand für den Regierungsbezirk Tübingen, ab 2009 als stellvertretender Vorsitzender und schließlich zeichnete er seit 2019 für das Ressort Verbünde verantwortlich. WBO-Präsident Franz Schweizer würdigte Frank Wiest als besonnenen, konstruktiven und streitbaren Fürsprecher der Privaten Busunternehmen und bedauerte, dass dem WBO-Vorstand mit dem Ausscheiden von Frank Wiest ein kompetenter und engagierter Mitstreiter verloren geht, der die Arbeit des Verbandes über Jahrzehnte mitgeprägt und an zahlreichen Erfolgen des WBO Anteil hat. Im Namen aller Vorstandskolleginnen und -kollegen sowie der WBO-Mitglieder dankte er Frank Wiest für seinen unermüdlichen Einsatz in den vergangenen 24 Jahren – für den WBO und für die Belange der Busunternehmen in Baden-Württemberg.

 

Im Anschluss an die 79. WBO-Mitgliederversammlung startete die WBO-Jahrestagung am Nachmittag mit dem Themenblock ÖPNV, nachdem WBO-Präsident Franz Schweizer die zahlreichen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung begrüßt hatte. In seiner Begrüßungsrede ging Schweizer auf die Bedeutung des Busses als Rückgrat der Daseinsvorsorge in Stadt und Land sowie als unverzichtbarem Baustein klimafreundlicher Mobilität ein und stellte die Bedeutung der Bustouristik als starkem Tourismussegment und wichtigem Wirtschaftsfaktor heraus. Dabei machte er deutlich: „Das gewährleisten die Busunternehmerinnen und -unternehmer mit ihrem unternehmerischen Engagement, ihrer Verantwortung für das Produkt, ihren Investitionen und ihrem persönlichen Einsatz. Trotz steigender Kosten, Fachkräftemangel, bürokratischer Hürden und angespannter öffentlicher Haushalte gewährleisten sie die Qualität im ÖPNV – insbesondere im ländlichen Raum – und tragen dabei die ehrgeizigen Klimaziele der Politik mit.“

 

WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg ging anschließend in ihrem Impulsvortrag auf die Herausforderungen im ÖPNV ein, zu denen u. a. die Finanzierung in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte, das Deutschlandticket und die Organisation des ÖPNV sowie die Antriebstransformation zählen. Dabei konzentrierte sie sich auf den Aspekt der ÖPNV-Organisation und nahm die ausufernden Missstände bei Vergabeverfahren ins Visier: „Vergabeverfahren mit mehreren Hundert Seiten Unterlagen, hunderten Bieterfragen und zig neuen Uploads nach Veröffentlichung sind Bürokratiemonster, die es so nicht länger geben darf. Die Adressaten dieser Vergaben – die mittelständischen Unternehmen – sind dabei völlig aus dem Blick geraten. Wir brauchen mehr wirtschaftliche Denkweise in der Verwaltung und wieder mehr Vertrauen in das Unternehmertum.“ Ihr Appell: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Strukturen und Verfahren zu verschlanken und geben wir der unternehmerischen Expertise und Erfahrung wieder mehr Raum. Der ÖPNV von heute ist nicht vorstellbar ohne die unternehmerische Leistung der Busunternehmen. Dass diese wissen was sie tun, zeigt sich allein daran, dass viele der WBO-Mitgliedsunternehmen bereits an die hundert Jahre oder sogar älter sind und erfolgreich am Markt bestehen.“

 

Zum Thema Antriebswende berichtete WBO-Vorstandsmitglied und bdo-Vizepräsident Ulrich Rau anschaulich und praxisnah über die Erfahrungen, die sein Unternehmen, die OVA-Omnibus-Verkehr Aalen Dipl. Ing. Rau GmbH + Co KG, jüngst bei der Implementierung ihrer E-Busflotte und dem Bau der adäquaten Ladeinfrastruktur sammeln konnte. Und er wagte einen Ausblick auf der Grundlage der inzwischen erworbenen Learnings. Erkenntnisse, die auch den Protagonisten der sich anschließenden Urkundenverleihung nicht fremd waren. Viele WBO-Mitgliedsunternehmen sind auf dem Weg der Transformation bereits ein gutes Stück vorangeschritten und leisten damit vorbildlich ihren Beitrag zu noch mehr Klimaschutz im Verkehr. Dies galt es mit der Urkunde für die Antriebstransformation entsprechend zu würdigen und sichtbar zu machen. 35 Unternehmen aus den Reihen der WBO-Mitglieder erhielten die Auszeichnung für ihr vorbildliches Engagement bei der Umstellung ihrer Fahrzeugflotten auf batterieelektrische Antriebe und bei der Errichtung der Ladeinfrastruktur.

 

Unter dem Titel „Personalsuche – So geht`s“ gab Martin Hein, Geschäftsführer der Hein & Kollegen GmbH, im Themenblock Personal sehr unterhaltsam und anschaulich, praxisorientierte Tipps zu neuen Wegen der Personalsuche in der digitalen Welt.

 

Nach der Kaffee- und Kommunikationspause ging es beim Themenkreis Touristik um busfreundliche Destinationen. WBO-Vizepräsidentin Carolin Grötzinger stellte die Initiative „Welcome Bus“ vor, deren Ziel es ist, auf die Bedeutung des Bustourismus als wichtigem Wirtschaftsfaktor aufmerksam zu machen und für die stärkere Berücksichtigung der Belange der Bustouristik zu werben. Ein erster Schritt in diesem Zusammenhang ist die im kommenden Jahr anlässlich des Tags des Bustourismus im Januar im Rahmen der CMT zum zweiten Mal stattfindende Auszeichnung von busfreundlichen Destinationen. Der nächste Schritt ist die nun zwischen WBO und dem DEHOGA Baden-Württemberg gestartet Kooperation unter dem Slogan „Welcome Bus“. Sie vernetzt busfreundliche Gastronomie- und Hotelbetriebe mit Busreiseveranstaltern – zum Nutzen beider Seiten. Vor diesem Hintergrund ging die Vizepräsidentin des DEHOGA Baden-Württemberg, Beate Gaiser, im Podiumsgespräch mit WBO-Vizepräsidentin Carolin Grötzinger und WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg auf die aktuellen Herausforderungen in Gastrono-mie und Hotellerie ein und stellte die Bedeutung des Portals „Welcome Bus“ und die Zusammenarbeit der beiden Verbände heraus.

 

WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg freute sich besonders den im Juli dieses Jahres neu gewählten Präsidenten des Unternehmerverbandes Baden-Württemberg (UBW), Thomas Bürkle, als weiteres Highlight und weiteren Top-Referenten begrüßen zu dürfen: „Dass UBW-Präsident Thomas Bürkle dem WBO die Ehre erwiesen hat, zeigt den Stellenwert, der privaten Busunternehmen als mittelständische Mobilitätsdienstleister. Als wichtiger Teil des Wirtschaftssystems und als typische Mittelständler sind auch die Mobilitätsdienstleister stark von der veritablen Wirtschaftskrise, in der wir uns befinden, betroffen. Die Ausführungen von UBW-Präsident Thomas Bürkle haben deutlich gemacht, wo die Wirtschaft in Land und Bund derzeit steht und dass es aller höchste Zeit ist, dass die Politik endlich mutig geeignete Maßnahmen ergreift, die den Unternehmen langfristig verlässliche Rahmenbedingungen bieten. Planungssicherheit ist die unabdingbare Voraussetzung für Investitionen und Innovation. Beides ist notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu sichern. Dies gilt genauso für die Leistungsfähigkeit und die Qualität im öffentlichen Verkehr. Die Busunternehmen sind – wie der Mittelstand insgesamt – bereit Verantwortung zu übernehmen und erwarten wieder mehr Vertrauen in ihr unternehmerisches Know-how. Sie brauchen zuverlässige Rahmenbedingungen und unternehmerischen Gestaltungsspielraum. Dazu gehören im Verkehrssektor auch die Technologieoffenheit bei der Antriebstechnologie und dass von der Politik Klimaschutz nicht nur gefordert, sondern dass auch die geeigneten Instrumente dafür bereitgestellt werden.“

 

WBO-Vizepräsident Thomas Balmer fasste abschließend den Tag zusammen und kam zu dem Fazit: „Bei all dem Input, den wir heute erhalten haben, nehme ich vor allem eines mit: Wir Busunternehmen sind gerüstet, die vielfältigen Herausforderungen anzugehen – wichtig ist, sie gemeinsam anzugehen“, und betonte, dass dabei die Pflege des Austauschs und des Miteinanders ein ganz wichtiger Schlüssel zum Erfolg sind.

 

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