Die anhaltend hohen Kraftstoffpreise setzen die Bustouristik in Baden-Württemberg massiv unter Druck. Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO) sieht akuten politischen Handlungsbedarf – sowohl auf Bundes- als auch auf europäischer Ebene.


„Die aktuelle Situation ist für viele Unternehmen finanziell stark belastend. Die Höhe des Dieselpreises ist nicht allein Ergebnis der Marktentwicklung, sondern vor allem auch politisch bedingt – durch eine im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe steuerliche Belastung“, erklärt der WBO.


Besonders kritisch bewertet der Verband die strukturelle Ungleichbehandlung der Verkehrsträger: Während der Schienenverkehr und der Luftverkehr von umfassenden steuerlichen Begünstigungen profitieren, trägt der Busverkehr eine unverhältnismäßig hohe Abgabenlast. Dies führt zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen – zulasten eines Verkehrsträgers, der klimafreundlich, effizient und sofort verfügbar ist.


„Es ist nicht vermittelbar, dass ausgerechnet der umweltfreundliche Busverkehr steuerlich schlechter gestellt wird als andere Verkehrsträger. Hier braucht es dringend eine politische Korrektur“, so der Verband weiter.


Zudem liegt das Preisniveau für Kraftstoffe in Deutschland deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Ursache hierfür ist maßgeblich die hohe Steuerbelastung. Für die Unternehmen bedeutet das einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber europäischen Anbietern – insbesondere im grenzüberschreitenden Reiseverkehr.


Eine Weitergabe der gestiegenen Kosten an die Fahrgäste ist nur sehr eingeschränkt möglich. Reisen werden langfristig kalkuliert und gebucht. Gleichzeitig müssen die Angebote wettbewerbsfähig bleiben. Bereits in den vergangenen Jahren sind die Preise durch höhere Kosten in vielen Bereichen deutlich gestiegen.


„Unsere Unternehmen stehen in einem intensiven Wettbewerb. Preissteigerungen lassen sich nur begrenzt weitergeben – die wirtschaftliche Belastung bleibt daher bei den Betrieben hängen“, betont der WBO.


Vor dem Hintergrund politischer Erwartungen an eine Transformation des Verkehrs weist der Verband zudem auf die Realität im Bereich alternativer Antriebe hin: Der Einsatz von E-Reisebussen steht noch ganz am Anfang. Eine flächendeckende, leistungsfähige Ladeinfrastruktur für den Reiseverkehr ist derzeit nicht ansatzweise vorhanden.

 

„Die Politik fordert zu Recht Klimaschutz – darf aber die Realität nicht ausblenden. Reisebusse fahren heute noch mit Diesel. Und ohne geeignete Infrastruktur und verlässliche Rahmenbedingungen ist der Einsatz von E-Reisebussen auch in naher Zukunft nicht umsetzbar“, so der Verband.


Der WBO fordert daher:

  • Eine Absenkung der Energiesteuern auf Kraftstoffe auf ein europäisches Durchschnittsniveau (Bund/EU),
  • die Beseitigung von Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Verkehrsträgern (Bund),
  • sowie den zügigen Aufbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge im Reiseverkehr (Land/Bund/EU).

 

„Es braucht jetzt klare politische Entscheidungen. Nur mit fairen Rahmenbedingungen kann die Bustouristik ihre Rolle im Mobilitätsmix und für den Tourismus weiterhin erfüllen“, so das Fazit des Verbandes.

 

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e. V. (WBO) vertritt seit 1947 als Berufs- und Arbeitgeberverband die Interessen von mehr als 300 Omnibusunternehmen in Baden-Württemberg. Neben privaten Omnibusunternehmen zählen auch einige kommunale, gemischtwirtschaftliche und staatliche Verkehrsunternehmen zu den Mitgliedern des WBO.

 

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