Die privaten Busunternehmen im Land sind von den Auswirkungen der Coronakrise in besonderem Maße betroffen. Der WBO hat sich deshalb in einem Brandbrief an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt.

WBO fordert einheitliches Vorgehen von Land und Aufgabenträgern

 

Die privaten Busunternehmen im Land sind von den Auswirkungen der Coronakrise in besonderem Maße betroffen. Anders als im Eisenbahnverkehr - hier trägt das Land das Einnahmerisiko - sind sie in hohem Maße auf Ticketeinnahmen von Fahrgästen angewiesen. Doch die bleiben seit Corona aus.

 

Durch den Verzicht auf den Vordereinstieg, durch Schulschließungen, das Kontaktverbot und verbreitet Homeoffice sind die Einnahmen in den Verkehrsverbünden im freien Fall. Auch wenn die Unternehmen Leistungen deutlich zurückfahren, bleibt ein Großteil der Kosten nach Beobachtung des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) unverändert. Der WBO hat sich deshalb am Wochenende in einem Brandbrief an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt.

 

„Anders als bei kommunalen Verkehrsunternehmen oder den Bahnbusgesellschaften, die einen krisenfesten Eigentümer haben, ist bei Familienunternehmen das Wegbrechen der Einnahmen existenzgefährdend“, so WBO-Geschäftsführer Dr. Witgar Weber. „Busunternehmen können die Krise auch nicht einfach aussitzen. Sie haben viel gebundenes Kapital durch Investitionen in Fahrzeuge und Betriebshöfe. Diese Kredite müssen bedient werden. Wie soll das gehen, wenn kein Geld reinkommt?“

 

„Überlebenswichtig für die privaten Busunternehmen ist jetzt schnelles Handeln“, fordert Dr. Weber. Manche Landkreise sind sich dabei nach Beobachtung des WBO ihrer Verantwortung bewusst, andere nicht. Selbst Gelder, welche die Kreishaushalte nicht belasten, sondern voll vom Land kommen, werden an die Bedingung geknüpft, dass weiterhin volle Lohnfortzahlung an alle Beschäftigten erfolgt, auch wenn sie für den eingeschränkten Betrieb nicht erforderlich und deshalb auf Kurzarbeit sind. Für den WBO nicht nachvollziehbar. „In diesem Fall müssten unsere Mitgliedsunternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlicht entlassen, um das Unternehmen zu retten“, so Dr. Weber. „Das ist keine Lösung.“

 

Im Gegenteil: „Die Gelder müssen zum Erhalt der Liquidität ohne Vorbedingungen fließen“, fordert der WBO-Geschäftsführer. Erhielten Verkehrsunternehmen zu viel, werde das am Ende zurückbezahlt. Erhielten sie zu wenig, müsse der Aufgabenträger nachschießen.

 

„Wer weiter auf Unternehmerinitiative setzt, wird so verfahren“, ist Dr. Witgar Weber überzeugt. „Andernfalls geraten die Dinge aus dem Lot, und es bleibt den Unternehmen nur die komplette Einstellung des Betriebs und anschließend die Kündigung der Verbundverträge.“ Dann sei der öffentliche Nahverkehr vor Ort am Ende.

 

Der WBO bleibt dran.

 

Pressemitteilung "Rettungsschirm für den ÖPNV: Brandbrief an Verkehrsminister Hermann"

Ulrike Schäfer

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