Für die Reisebusunternehmen ist es „fünf vor zwölf“: Seit 17. März rollt kein Reisebus mehr. Die Einnahmen sind auf „0“, die Reisen abgesagt, Kataloge eingestampft. Ohne finanzielle Unterstützung schaffen es die Betriebe nicht, diese Krise zu überstehen.

WBO: Soforthilfen ausweiten, Busreiseverbot aufheben, Mehrwertsteuer senken

 

Für die Reisebusunternehmen ist es „fünf vor zwölf“: Seit 17. März rollt kein Reisebus mehr. Die Einnahmen sind auf „0“, die Reisen abgesagt, Kataloge eingestampft. „Die Bustouristik liegt am Boden“, erklärt Yvonne Hüneburg, stellvertretende Geschäftsführerin des WBO. „Die Fahrzeuge sind abgemeldet, die Kosten laufen weiter. Ohne finanzielle Unterstützung schaffen es die Betriebe nicht, diese Krise zu überstehen.“

 

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer, WBO, vertritt die Interessen von 350 privaten Busunternehmen in Baden-Württemberg. Traditionelle, familiengeführte Betriebe, die oft seit Generationen erfolgreich am Markt bestehen. Diese sind nun in Existenznöten. „Wir brauchen Hilfe“, betont WBO-Vorsitzender Klaus Sedelmeier, „es gilt, die Busunternehmen zu retten. Jetzt.“

 

Das Busreiseverbot in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern besteht seit 17. März. Seitdem geht nichts mehr. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit – ohne Perspektive. Und: Reisegäste haben Reisen bis weit in den Herbst hinein storniert, die Schulklassen haben bis Jahresende alle bereits gebuchten Fahrten storniert. Die Gutscheinregelung ist von der EU abgeschmettert worden. Eine verlässliche Planung ist aktuell nicht möglich. Die Fixkosten, insbesondere die Fahrzeugkosten, laufen weiter. Die Kosten für Katalogdruck und Reisewerbung schlagen voll im Minus zu Buche.

 

Busdemonstrationen im ganzen Land verdeutlichen, wie schlimm es um die Bustouristik steht.
Für den WBO sind drei Forderungen existenziell:

  • Ein Rettungsschirm für die Bustouristik. Soforthilfen müssen umgehend ausgeweitet werden. „Die Unternehmen brauchen jetzt weitere Finanzhilfen – keine Kredite!“, so Yvonne Hüneburg.
  • Die Aufhebung des Busreiseverbots. „Wir haben ein Hygienekonzept, das Busreisen wieder ermöglicht, vorgelegt – und somit Perspektiven eröffnet“, meint Hüneburg. „Jetzt warten wir dringend auf die Genehmigung.“
  • Senkung der Mehrwertsteuer. Sieben Prozent sind längst überfällig – die Ungleichbehandlung mit Blicke auf die Bahn im Fernverkehr ist aus Sicht des WBO absolut inakzeptabel.

 

Die baden-württembergische Finanzministerin Edith Sitzmann hält eine Gleichbehandlung von Bus und Bahn bezüglich der Mehrwertsteuer bei Fernreisen für geboten. Den entsprechenden Antrag hat sie am Montag im Finanzausschuss des Bundesrates eingebracht. Allerdings hat sie die Bustouristik bislang nicht miteinbezogen. „Das reicht leider nicht“, stellt Yvonne Hüneburg fest.

 

Auch das Wirtschaftsministerium in Baden-Württemberg arbeitet auf Veranlassung von Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut an weiterer finanzieller Unterstützung speziell für die Bustouristik. Wichtige Signale für die gebeutelte Busreisebranche. Aber: „Wir brauchen jetzt greifbare Ergebnisse für die Branche, keine Absichtserklärungen mehr“, betont Hüneburg.
Denn: Die Zeit läuft gegen die Betriebe. Der Unmut wächst – die Not ist einfach zu groß.
„Die Politik muss das jetzt erkennen.“ Sonst, lässt Hüneburg anklingen, „fahren die baden-württembergischen Busunternehmer nach Stuttgart.“

Der WBO bleibt dran.

 

Pressemitteilung "„5 vor 12“ für die Bustouristik"

Ulrike Schäfer

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